

Im August 2006 hatte Roland Philipp das Hunger Projekt auf einer Veranstaltung kennen gelernt. Er war davon so begeistert, dass er beschloss, persönlich etwas zu tun, damit mehr Menschen in Deutschland auf diese Arbeit aufmerksam werden – mit einem Lauf von Süd nach Nord.

Auf diese Idee, sich an die Grenze der körperlichen Belastungsgrenze zu begeben, kam er, als er an diejenigen dachte, die durch Armut und Mangelernährung Tag für Tag an dieser Grenze leben. Da sagte er sich, mit dem Wissen, dass täglich 20.000 Menschen sterben, könne er auch - wenigstens einmal für 21 Tage - an diese Grenze gehen und sich für diese Menschen engagieren.
Roland Philipp trainierte das Laufen sehr intensiv und konsequent über ein Dreiviertel Jahr. Er bewältigte täglich eine Strecke von etwa 40 – 50 km, teils joggte er, teils ging er. Trotz verschiedener starker Schmerzen lief er bei Wind und Wetter (viel Regenwetter!) über Berg und Tal… Ein Trainingscomputer, den er am Körper trug, zeichnete die täglich zurückgelegte Strecke, das Tempo und die Höhenunterschiede auf. Seine Freundin, Bettina Holzbecher, begleitete ihn bei dieser Aktion mit einem Wohnmobil und unterstützte ihn tatkräftig.
Unterwegs und an seinen jeweiligen Etappenorten, an denen er pausierte und nächtigte, verteilte er Informationsmaterial des Hunger Projekts und führte Gespräche mit Passanten wie auch gelegentlich mit Vertretern der regionalen Presse.
Roland Philipp am 2. Juli 2007, dem 9. Tag seiner Aktion: „Als dem Tsunami vor Jahren über 200.000 Menschen zum Opfer gefallen sind, hat alle Welt aufgeschrien. In den fast 10 Tagen, die ich jetzt laufe, sind auch so viele gestorben – also laut Statistik – und keiner schreit auf. Das will ich ändern!“
Am Samstag, den 14. Juli, erreichte Roland Philipp endlich sein hoch gestecktes Ziel! Für die letzte Stunde des Laufes war Stephan Schumacher, einer der Hunger Projekt-Aktiven in Hamburg, noch zu ihm gestoßen und mitgelaufen. Gegen 16 Uhr wurde Roland Philipp dann in der Hamburger Innenstadt jubelnd von einer Gruppe von Aktiven empfangen, die mit einem Stand über das Hunger Projekt informierten. Auch Roland Philipp´s Chefin und ein Kollege waren nach Hamburg gereist, um ihm persönlich zu dieser außergewöhnlichen Aktion zu gratulieren.